DVG MV Münster 1925 e. V.

 

 

 

 

   

Unterordnung

 

lockere Armhaltung

 Mein linker Arm

Ob „ die perfekte Grundstellung“, „Fuß gehen in Perfektion“ oder „ richtiges spielen“ - inzwischen gibt es für alles, was den Hundesport betrifft, Seminare.
Nur über eine wichtige Frage konnte ich noch keine spezielle Schulung finden:
Was, um Gottes Willen, mache ich während der Unterordnung mit meinem linken Arm.?


Früher, als ja sowieso alles noch besser und einfacher war, wurden die Ellenbogen straff angewinkelt und die Arme dann zackig und schnell während des Laufens mitgeschwungen. Das sah zwar äußerst bizarr und seltsam aus, hatte aber einige Vorteile: selbst ich wirkte sportlich, mein Hund konzentrierte sich auf mich, durch den Schwung der Arme wurde ich immer schneller und dadurch war der Prüfungsstress früher vorüber. Um die Arme musste ich mich also nicht kümmern, sie waren aufgeräumt und nicht im Weg.


Heute ist alles viel komplizierter. Während mir bei der Ausbildung immer ein Arm fehlte, da es schwierig ist, gleichzeitig die Leine zu halten, Spieli oder Leckerli auszupacken und zu gehen, zu loben, zu streicheln, habe ich jetzt einen Arm zu viel. Dabei hört es sich so einfach an: die Leine wird mit der linken Hand getragen und muss durchhängen – soweit kein Problem. Die Arme müssen normal bewegt werden – das ist schon problematischer, da meine Arme
meist einfach an mir runter hängen oder selbständig und unkontrolliert hin und her schwingen.

Zum Schluss der Knackpunkt : der linke Arm darf leicht gebogen sein, jedoch nicht in der direkten Nähe, vor oder fest gegen den Körper gehalten werden.

Also habe ich verschiedene Variationen der perfekten Armhaltung unter Anleitung meiner Trainerin geübt, deren Kommentare unerbittlich waren:
1. Ich lasse den Arm einfach locker hängen. Meine Hand liegt dann aber auf dem Kopf des         Hundes.   „ Bist du etwa müde und musst deine Hand ablegen?“


2. Der Arm hängt weiterhin locker, das Handgelenk etwas nach innen geknickt und die         Leinenschlaufe schaut lässig vorne raus: „ Warum schlägst du dem Hund mit der Schlaufe auf den Kopf?“


3. Der Arm hängt unbeweglich gestreckt nach unten und ich halte die weit durchhängende und schwingende Leine krampfhaft an der Schlaufe fest. „Wenn dein Hund Seilspringen soll musst du es vorher sagen.“


4. Der Arm wird im Ellenbogen stärker angewinkelt. „ Hast du den Arm eingegipst bekommen?“


5. Hand- und Ellenbogengelenk werden sanft abgebogen und ganz minimal, aber äußerst rhythmisch mitbewegt. „ Pass auf, dass du keinen Schulterkrampf bekommst.“


Gut geschult trat ich also bei einer Prüfung an und lief konzentriert bei der Leinenführigkeit los. Plötzlich bemerkte ich ein Phänomen: entweder war mein Hund über Nacht gewachsen, meine Beine geschrumpft oder mein Arm hatte sich verlängert, denn fast hätte ich meinem Hund mit der Leine ein Auge ausgeschlagen.

Die Prüfung verlief gut und die Richterin war mit uns zufrieden, bis sie zur Beurteilung der Leinenführigkeit kam und mir mit einem mitleidigen Blick erklärte:“ Der Hund läuft für sein Alter noch schön- aber deine Armhaltung war ja katastrophal, daran musst du mal arbeiten“


Hier nochmal der Originaltext aus der Prüfungsordnung.:


Die Leine wird in der linken Hand getragen und muss durchhängen. Die Arme müssen normal bewegt werden. Der linke Arm darf hierbei leicht gebogen sein, jedoch nicht in der direkten Nähe, vor oder fest gegen den Körper gehalten werden.