DVG MV Münster 1925 e. V.

 

Was ist Obedience?

Wörtlich übersetzt heißt Obedience, Gehorsam, Fügsamkeit oder auch Gefügigkeit.

Gleich vorweg: Für Ungeduldige ist Obedience nicht gut geeignet.

Ungeduld führt meist zu unbeherrschten Reaktionen und meist ist dann das gegenüber der Leidtragende, in diesem Falle also der Hund.

Andersherum kann aber der Hundesport auch eine gute „ Charakterschule“ für Menschen sein, die gern ihre eigene Ungeduld in den Griff bekommen wollen.

Nachfolgend erstmals meine Interpretation.

 

Obedience ist....

..... Harmonie und Vertrauen auf höchster Ebene zwischen Hundeführer und Hund.

..... abwechslungsreich und ausgesprochen anspruchsvoll.

..... wenn es mit „ Köpfchen“ ausgebildet ist, konstante Perfektion.

..... Forderung höchster Konzentration von Mensch und Hund bei der Arbeit.

 

Obedience ist nicht.....

..... eine neue Sportart. In England wird Obedience schon seit mehr als 20 Jahren    angeboten.

..... das unterdrückte Führen des Hundes. Im Gegenteil, in Obedience soll der Hund so ausgebildet sein, dass er nach Aufforderung freudig und selbstständig die gewünschten Aufgaben erfüllt.

..... ein abarbeiten der einzelnen Übungen.

..... für Menschen geeignet, die keine Geduld und Zeit aufbringen können, um ihrem Hund die Basis verständlich zu vermitteln.

..... Brüllen der Kommandos.

..... ein ständiges an der Leine zerren.

..... seinen Frust an dem Hund auszulassen, wenn er die Übung nicht so zeigt, wie gewünscht.

 

Viele vergleichen den Hundesport Agility mit dem Springreiten bei Pferden.

Obedience kann man mit der „hohen Schule“ des Dressurreitens vergleichen.

 

Was genau ist nun Obedience ?

Obedience heißt, wie bereits schon erwähnt „ Gehorsam“.

Und tatsächlich besteht diese Sportart überwiegend aus bekannten Gehorsamsübungen, wie Bei-Fuß-Gehen, Apportieren, Vorrausschicken, Abrufen, Bleib-Übungen und Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung.

Es gehören aber auch noch andere Übungen dazu, zum Beispiel Distanzkontrolle, bei der der Hund in großem Abstand zu seinem Hundeführer eine Reihe von Positionswechseln ( Platz,Sitz, Steh) ausführen muss, ohne sich dabei von der Stelle zu bewegen, oder die

Geruchsunterscheidung, bei der es darum geht, dass unter sechs gleich aussehenden Hölzern, derjenige herausgesucht und apportieren wird, der den Geruch seines Besitzers trägt.

 

Was ist anders am Obedience ?

Außer den schon erwähnten etwas anderen Übungen fällt vor allem ein Aspekt ins Auge. Beim Obedience wird nicht nach „Schema F „ gelaufen.

Der Richter (Ringsteward) bestimmt den Ablauf jedes mal wieder neu. Das bedeutet, dass der Hundeführer alles nur auf Anweisung des Ringsteward tut- jede Wendung, jeder Tempowechsel, jedes Anhalten oder Losgehen werden angesagt.

Hundeführer, die mit ihren Hunden alle Übungen immer nach demselben Muster ausgeführt haben, müssen gewaltig umdenken.

Ein weiterer großer Unterschied ist die Vielzahl der unterschiedlichen Klassen, in denen man antreten kann. Von der reinen Anfängerklasse bis hin zur Meisterschaft gibt es zahlreiche Schwierigkeitsstufen, sodass weder Neulinge , noch Könner durch zu niedrige Anforderungen die Lust verlieren.

Die deutsche Prüfungsordnung sieht vier Leistungsstufen vor,die aufeinander aufbauen. Um in der Beginnerklasse starten zu können, bedarf es einer bestandenen BH-Prüfung.

Außerdem wird in den ersten drei Klassen auch der „Umgang-Mensch-Hund“

bewertet.

Fitness ist Nebensache

Anders als beim Turnierhundesport ist beim Obediece die körperliche Fitness von untergeordneter Bedeutung. Wer nicht schnell laufen kann, hat hier durchaus eine Chance auf die vorderen Plätze.

Im Obedience liegt der Schwerpunkt auf dem perfekten Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hund groß oder klein ist, lange oder kurze Beine hat. Die größte sportliche Leistung , die in einigen Prüfungen verlangt wird, ist das Apportieren über eine Hürde, die in der Regel der Schulterhöhe des Hundes angepasst ist.

Für wen ist Obedience geeignet ?

Beim Obediece geht es in erster Linie um Präzision. Perfektes Bei-Fuß-Gehen, akkurates Apportieren oder gerades Vorsitzen erfordern vor allen Dingen eine Menge Übung. Auf Sportlichkeit kommt es nicht so sehr an– eine gute Möglichkeit also, auch mit Hunden, die durch ihre Rasse, Körpergröße oder Gesundheit für andere Sportarten nicht in Frage kommen.

Obedience kann man also wirklich bedenkenlos jedem empfehlen, der daran interessiert ist, mit seinem Hund zusammen eine vielseitige, interessante Sportart zu erlernen.

Eine Menge Beschäftigungsmöglichkeiten auch im Alltag- eröffnen sich dadurch, und auch ehrgeizige Hundesportler, die sich gern im Wettkampf mit anderen Teams messen, finden hier Aufgaben für viele Jahre.

Was ist Obedience nicht ?

Obedience ist weder eine Ausbildungsmethode, um einen Hund „alltagstauglich“ zu bekommen noch eine reine Beschäftigungstherapie, und für ungeduldige Menschen mit wenig Hang zur Perfektion in keinster Weise geeignet.
Geduld bei der Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung und sollte eine besondere Stärke des Hundeführers sein. Der beträchtliche Zeitaufwand, um Erfolge vorweisen zu können, darf natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden.

Obedience ist in erster Linie eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Sportart.

Training erfordert Geduld

Auf dem Weg zum perfekten Obedience-Hund liegt langes Training mit vielen, vielen kleinen Babyschritten. Jede Obedience-Übung kann nur in winzigen Zwischenschritten trainiert werden. Zusammengesetzt werden die einzelnen Einheiten erst, wenn diese Zwischenschritte sitzen. Nur so kann beim Obedience absolute Präzision erreicht werden. Bis eine Übung zusammenhängend in Perfektion gezeigt werden kann, vergeht eine Menge Zeit. Besonders hinter der eindrucksvollen Fußarbeit steckt viel Fleißarbeit.